Wachstum neu denken: Kooperation als Game Changer für Tech-KMUs

Shownotes

Kooperation statt Alleingang: Wie Tech-KMUs Wachstum neu denken können

Viele Tech-KMUs stehen heute vor einer ähnlichen Herausforderung: Das Produkt ist stark, die Idee überzeugt – doch Skalierung bleibt aus. Innovationsdruck, Fachkräftemangel und begrenzte Ressourcen führen schnell an Grenzen. Genau hier setzt Kooperation als strategischer Wachstumspfad an.

In der aktuellen Folge des KMU-Berater Podcasts – Praxiswissen für den Mittelstand spricht Gastgeber Timo Calla mit Christine Günther, Vorstandsmitglied im Bundesverband Die KMU-Berater und Gründerin von ScaleCollective, über die Rolle von Kooperationen als echten Wachstumsmotor für Tech-KMUs.

Christine macht deutlich: Viele Partnerschaften scheitern nicht an fehlendem Potenzial, sondern an mangelnder strategischer Klarheit. Kooperationen werden zu oft opportunistisch gestartet – ohne gemeinsames Zielbild, klaren Kundennutzen oder wirtschaftliche Logik. Erfolgreiche Kooperationen beginnen hingegen mit dem „Warum“, einer sauberen Analyse der eigenen Wachstumsbremsen und einer klaren Vorstellung davon, welcher Partner welche Stärke einbringt.

Besonders im Kontext neuer Technologien wie KI eröffnen Kooperationen enorme Chancen: Etablierte Anbieter bringen Marktzugang, Domänenwissen und Vertrauen ein, während spezialisierte Partner technologische Exzellenz liefern. Richtig aufgebaut, entstehen so schnellere Markteintritte, höherer Kundennutzen und geteiltes Risiko.

Mit ScaleCollective verfolgt Christine Günther einen praxisnahen Ansatz: weniger Folien, mehr Umsetzung. Teams werden kooperationsfit gemacht, Prozesse strukturiert begleitet und strategische Ideen bis hin zu einem konkreten Letter of Intent (LOI) geführt. Ergänzt wird das Modell durch Fördermöglichkeiten wie INQA oder BAFA, die den Einstieg zusätzlich erleichtern.

Das zentrale Fazit der Folge: Wachstum im Mittelstand scheitert selten am Produkt – sondern daran, alles allein stemmen zu wollen. Wer Kooperation strategisch denkt, schafft neue Spielräume für Innovation, Skalierung und nachhaltigen Erfolg.

Transkript anzeigen

KMU-Berater Podcast ScaleCollective

Timo Heute sprechen wir über Wachstum dort, wo viele KMU an ihre Grenzen stoßen, wenn das Produkt stark ist, aber Skalierung ausbleibt, wenn Innovation gewollt ist, aber Ressourcen fehlen und wenn klar wird Allein geht es nicht mehr. Mein Gast ist Christian Günther. Sie ist Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes Die KMU Berater verantwortet dort den Bereich Digitales und hat mit ihrer Unternehmensberatung Digital Stab 2025 eine neue Marke gelauncht ScaleCollective.

Timo Wir sprechen darüber, warum Kooperationen für KMU zum entscheidenden Wachstumstreiber werden, weshalb viele Partnerschaften scheitern, bevor sie richtig starten und wie man in wenigen Monaten von der Idee zu einem unterschriebenen LOI kommt. Eine Folge für alle, die Wachstum neu denken wollen Strategisch, kooperativ und umsetzbar.

Herzlich willkommen zum KMU Berater Podcast Praxiswissen für den Mittelstand. Hier sprechen wir mit Menschen, die den Mittelstand nicht nur beraten, sondern aktiv gestalten. Mit Erfahrung, Haltung und einem klaren Blick für die Realität von Unternehmerinnen und Unternehmern. Ich bin Timo und heute freue ich mich besonders auf ein Gespräch, das gleich mehrere Themen verbindet, die dem Mittelstand aktuell stark bewegen Digitalisierung, Innovation, neue Geschäftsmodelle und vor allem Kooperation als Wachstumsmotor.

Timo Christine schön, dass du heute im Podcast bist. Du bist nicht nur langjähriges Mitglied im Bundesverband die KMU Berater, sondern auch Teil des Vorstands und dort verantwortlich für den Bereich Digitales.

Christine Ja, super, vielen Dank, Timo. Tatsächlich ist der Bereich Digitales und auch Kooperation steht mit drin. Insofern haben wir schon den passenden Titel für unser Gespräch heute.

Timo Super. Man lernt ja immer was dazu. Dann heute auch definitiv das. Und mit Scale Collective hast du 2025 gemeinsam mit deinem Team eine neue Marke geschaffen, die sich ganz klar an Tech-KMUs richtet, also Unternehmen aus Software, Hardware oder hybriden Technologiebereichen. Ich habe mich natürlich im Vorfeld schon etwas übers Geld kollektiv informiert und für mich sieht es so aus, als würde das Geld kollektiv für smarte Kooperation, gemeinsames Wachstum statt Alleingang und für ein konkretes Versprechen stehen. Am Ende steht mindestens eine echte Kooperationschance mit unterschriebenem Loi. Darüber wollen wir heute sprechen. Über die Idee dahinter, über typische Wachstumsbremsen im Mittelstand und darüber, wie Kooperation strategisch strukturiert und erfolgreich aufgebaut werden können. Christine, Lass uns von vorne anfangen. Was war für dich persönlich der Auslöser, mit ScaleCollective eine eigene Marke rund um Kooperation zu entwickeln? Und warum gerade jetzt?

Christine Das hat ganz viel damit zu tun, wie sich auch gerade der Markt entwickelt. Wir sind ja im Bereich Kooperation, kooperative Lösungen, Deals, Investitionen sind wir schon lange unterwegs. Das ist nicht neu. Aber gerade im internationalen Vergleich sieht man, wie selbstverständlich gerade USA oder Asien in Ökosystemen denkt. Und die teilen ihr Wissen und arbeiten mit Kooperationen sehr stark und skalieren darüber. Und im deutschen Mittelstand? Der hütet sein Know how noch sehr wie ein Schatz und ist sehr vorsichtig, was Partnerschaften angeht. Und da ist unserer Ansicht nach Mindset Change wirklich notwendig. Denn wenn wir als Tech KMU Standort wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann brauchen wir mehr strategische Zusammenarbeit untereinander und nicht weniger. Und den Unternehmen wollen wir einfach helfen mit einem sehr konkreten Angebot. Und das hatte auch zur Folge, dass wir eben auch gleichzeitig das Angebot angepasst haben. Denn auch Beratung muss sich verändern. Statt teurer Wissensfolien, die man verkauft und und Stunden, die man schrubbt, sitzen wir eben mit Scale Collective auf Kollaboration und Prozessbegleitung auch in unserer Beratung. Also sprich ein smartes Beratungsprodukt. Was das im Unternehmen lässt, was intern passieren sollte und uns nur da ins Spiel bringt, wo wir wirklich mit der Erfahrung und Struktur und Kontakten einen echten Unterschied machen.

Timo Wie bereits eben schon angesprochen, habe ich mich im Vorfeld natürlich intensiv mit eurer Homepage beschäftigt und dort spricht ihr ganz klar von den typischen Wachstumsbremsen Stagnierender Umsatz trotz gutem Produkt, Projektgeschäft statt Skalierung fehlende Ressourcen. Welche dieser Bremsen begegnen dir aktuell am häufigsten in der Praxis?

Christine Ja, ich glaube, die Wachstumsbremsen. Die ändern sich gar nicht so sehr. Also die Topthemen, die Geschäftsführer und Inhaber auf dem Tisch haben, sind ja immer recht ähnlich und dann doch irgendwie wieder individuell. Das heißt, es gibt einen Fachkräftemangel dann häufig in ganz spezifischen, gefragten Bereichen. Aber gerade dieses Thema, dass man ein super tolles technisches Produkt hat, aber irgendwie der Marktzugang nicht gut funktioniert. Oder man sagt, man könnte in einem anderen Bereich vielleicht irgendwie noch eigentlich ein super Angebot machen, kommt aber irgendwie nicht rein. Das sind ja Themen, die haben was mit Marktzugang zu tun, die haben etwas mit neuen Technologien zu tun und da ist ein Thema, wenn man mal eins rauspickt, was mir momentan fast wöchentlich in Gesprächen begegnet, dass viele etablierte Anbieter von technischen Lösungen gerade unter extremem Innovationsdruck stehen. KI ist in aller Munde und die Kunden erwarten auch einfach KI Funktionen und an vielen Stellen macht das auch total Sinn. Aber sich da jetzt die KI Expertise ins Haus zu holen und die auf ein Level zu kriegen, die dem entspricht, was der Rest des Produktes an Qualität hat, das ist halt oft teuer, wenn überhaupt möglich. Das ist ja so ein großes Fragezeichen. Und gerade da bieten sich ja super Chancen, weil du hast als etablierter Anbieter super Marktzugang, Du hast Domänenwissen, du hast Vertrauen am Markt. Und wenn man dann mit einem Player zusammenarbeitet, egal ob der jetzt jung oder einfach nur mit dieser technischen Exzellenz in den fehlenden Bereichen in einem anderen Themengebiet momentan unterwegs ist, dann kann man dort eine Kombination entstehen lassen, die wirklich ein echter Game Changer ist und schneller an den Markt kommen. Höherer Kundennutzen, geringeres Risiko für beide Seiten. Das ist so ein Beispiel, was gerade sehr akut ist und wo ich auch viele Anfragen habe.

Timo Jetzt höre ich selbst als Unternehmer sowohl von Kolleginnen und Kollegen als auch von Kundenbetrieben, in denen ich selbst bin, ganz oft. Wir haben Kooperation schon ausprobiert. Die haben aber nicht funktioniert. Was läuft deiner Erfahrung nach bei Kooperationen, auch bisherigen Kooperationen oder auch ein, zwei Jahre zurückblickend am häufigsten schief?

Christine Das ist relativ schnell beantwortet. Also ich höre das auch häufig. Ich habe da auch schon ganz frustrierte Geschäftsführer im Gespräch gehabt, die gesagt haben, wir haben das schon so oft probiert, immer super viel Ressourcen reingebuttert und am Ende ist dann doch nichts bei rumgekommen. Und das liegt eben daran, dass Kooperationen leider immer noch viel zu häufig aus Opportunität eingegangen werden. Ja, also man. Man startet mit einem guten Gefühl, aber ohne klares Zielbild. Ja, es gibt noch kein echtes gemeinsames Warum. Ja, und damit muss man eigentlich anfangen. Man muss erst mal sauber definieren, auch für beide Seiten. Erst mal für sich selbst. Wo suche ich denn überhaupt eine Kooperation? Was würde mich strategisch nach vorne bringen? Und dann muss man eben herausarbeiten, wo dort ein echter Kundennutzen ist. Wenn man da dagegen tritt, ist da wirklich wirtschaftlich etwas dahinter, was sich lohnt? Und das wird eben häufig in der Euphorie. Man lernt jemanden kennen, man findet den irgendwie als Unternehmer, als Menschen gut. Die Firma macht was Spannendes und man ist da in dieser Euphorie unterwegs und findet vielleicht auch irgendwie einen Ansatzpunkt. Und dann werden häufig auch strategische Fragen erst mal ein bisschen ausgeklammert, weil man möchte ja, dass die Kooperation zustande kommt. Und dann ist dann vielleicht irgendwie doch die Priorität unterschiedlich. Oder man kommt dann doch an den Punkt, wo man sagt Ja Mensch, irgendwie müssen wir dann doch was abgeben von uns. Und spätestens wenn dann irgendwo die Ressourcen knapp werden bei dem Partner, dann rächt sich das und der zieht sich zurück und das Ganze versandet wieder. Also wir haben da auch ein Whitepaper dazu geschrieben zu dem Thema, was so die tatsächlichen Erfolgsfaktoren von solchen KMU Kooperationen sind. Und das sind wirklich klassische klassische Dinge also. Aber der Kernpunkt ist, man sollte mit dem Warum anfangen und das wird häufig übersprungen.

Timo Also ich höre da definitiv raus, dass bei dir eine strategische Kooperation doch weit mehr ist, als einfach nur ein Partnerlogo auf der Webseite zu haben.

Christine Richtig. Um es konkret zu sagen. Ja, also Netzwerken ist wichtig. Sichtbarkeit, Kontakte, Ideen. Aber davon entsteht noch kein Umsatz und eine strategische Kooperation. Ich meine, das Wort strategisch wird ja häufig ein bisschen überstrapaziert. Aber was wir damit eigentlich meinen, ist, dass Kooperationen ein Werkzeug sind. Und so muss man es auch verstehen, um die strategischen und unternehmerischen Herausforderungen, die man gerade auf dem Tisch hat, zu lösen. Nicht für alles, aber für vieles findet man über kooperative Ansätze viel smartere Wege. Und das beinhaltet ja, dass man sich erst mal hinsetzt und analysiert Wo sind denn meine Probleme oder wo sind meine Ziele? Brauche ich einen Marktzugang oder sehe ich eine Chance, weil ich da was erkannt habe, was der Kunde braucht und ich habe einen Teil davon? Mir fehlt aber noch ein anderer und das ist genau das, was wir meinen. Networking ist super wichtig, dass man dann vielleicht schon im Hinterkopf hat wer ist denn vielleicht der passende Partner Oder kenne ich da schon jemanden? Aber ich muss ja vorne anfangen. Und wenn ich dann eine klare Vorstellung habe, was ich eigentlich brauche, dann kann ich auch mit gutem Gewissen die Energie reinstecken in so etwas. Und man kann dann auch ganz klar definieren, wer bringt was ein. Wie sieht der Business Case aus, wo sind die Mehrwerte für den Kunden? Und dann? Erst dann reden wir über Logos und nicht umgekehrt.

Timo Das ist ein starkes Versprechen von Scale Collective, dass am Ende mindestens ein unterschriebener Letter of Intent steht. Warum es gerade dieser Punkt so wichtig. Und was sagt ein LOI über die Qualität einer Kooperation aus?

Christine Ja, also ein Loi, wenn man mal ehrlich ist, muss noch gar nicht wirklich was über die Qualität der Kooperation aussagen. Da kann auch ganz viel Unsinn drinstehen und man kann auch so ein Loi innerhalb von zwei Wochen zusammenbauen. Das ist überhaupt kein Thema. Aber der Loi, der eben dann bei unseren Projekten rauskommt, ist ja Die Verschriftlichung des kompletten Prozesses. Ja, da geht es dann eben, was wir gerade besprochen haben, dass man erst mal überhaupt mit einem wirtschaftlich attraktiven konzeptlos läuft, mit einem Plan, mit einer klaren Vorstellung, welche Partner ich haben möchte. Und wenn ich die dann gefunden habe und denjenigen auch begeistert habe und man eben nur prüfe, wer sich ewig bindet, mich auch mit dem wirklich auseinandergesetzt habe und man all diese Dinge besprochen hat, dann verschriftlicht man das in diesem Loi. Und das ist im Endeffekt nur so ein bisschen das Tüpfelchen auf dem n. Das kann auch ein Termsheet sein. Es geht mir jetzt gar nicht darum, Ist das ein Letter of Intent, also eine Absichtserklärung oder ein Termsheet, was man als Vorvertrag sehen kann. Da geht es jetzt gar nicht um die Benennung, sondern es geht darum, dass man am Ende das Ganze wirklich verschriftlicht mit klaren Eckpunkten, klaren Meilensteinen und eine gute Idee wird in konkretes Vorhaben übersetzt, wo sich alle in die Augen gucken und sagt Ja, das wollen wir zusammen machen. Und darum geht es uns.

Timo Jetzt betont ihr stark, dass ihr gerade nicht mit endlosen Folien arbeitet, sondern Teams kooperationsfit macht. Wie kann ich mir oder wie können unsere Hörerinnen sich das im Beratungsalltag konkret vorstellen?

Christine Also der klassische Ansatz ist ja, man geht als Berater los, macht einen Kick Off Workshop, dann wird einem ganz viel erzählt, dann redet man mit Leuten, dann geht man in sein stilles Kämmerlein und macht ganz kluge Folien. Und ich will das gar nicht ins Negative ziehen. Da stehen ja häufig sinnvolle Dinge drauf. Aber das ist einfach nicht das, was wir machen in unseren Projekten, sondern wir arbeiten mit den Teams gemeinsam. Und wir identifizieren eben dann mit denen, die Wachstumsbremsen leiten. Erst mal die Kooperationshebel ab in einen Workshop, meistens am Anfang. Da muss man erst mal gucken, wo, wo ist das wirklich interessant? Das machen wir auch entlang der Wertschöpfungskette der Kunden, um wirklich etwas herauszuarbeiten, was dann auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Und dann bauen wir gemeinsam eine klare Partnerlogik und bereiten die konkreten Gespräche vor. Und vor allem befähigen wir die Leute im Unternehmen, diesen Prozess zu verstehen und den künftig selbst zu nutzen. Also wir sind wirklich Sparringspartner, Strukturgeber und Brückenbauer und nicht Dauer externe, die von außen sagen, wie es zu laufen hat. Und das funktioniert dann eben über Jour fixe, über kurze Workshops, über Templates, über klare Prozesse, die wir vorgeben. Da helfen wir eben ganz gezielt punktuell, nehmen die an die Hand und führen sie durch den Prozess und treten halt auch manchmal in den Hintern. Weil das ist auch notwendig, weil dranbleiben ist ganz essenziell bei solchen Themen.

Timo Jetzt bringt eine Veränderung auch immer Ein gewisses Risiko, Kontroll, Kontrollverlust oder auch der ganz wichtige Baustein Vertrauen mit sich. Viele Unternehmerinnen haben doch bestimmt Sorge, dass durch Kooperation wirklich Kontrolle verloren wird oder dass sich Abhängigkeiten aufbauen, die sie so unter Umständen gar nicht möchten. Wie begegnet ihr diesen Ängsten und wie lässt sich Risiko sinnvoll teilen, ohne die eigene Identität zu verlieren?

Christine Ja, also die Sorge vor Kontrollverlust oder Abhängigkeiten ist ja absolut nachvollziehbar und vor allem im technologischen Mittelstand, wo viel Wert direkt in Know how steckt. Da versuchen wir das auch nicht wegzuwischen. Also man darf die Augen davor nicht verschließen, sondern man muss das aktiv gestalten und in diese Kooperation integrieren. Das heißt, da muss eine klare Scope Definition sein. Saubere Vereinbarungen zur IP und Daten, abgestufte Phasen, meinetwegen erst mal eine Pilotphase. Man muss sich auch über die Exit Option klar sein. Was passiert denn, wenn einer der Partner raus möchte oder raus muss? Das kann ja auch sein. Oder auch Governance regeln. Also das darf eben kein diffuses Risiko sein, sondern das muss eine bewusst gestaltete Risikoteilung sein. Und da ist unser Anspruch eben dass Kooperation, die sollen eben auch nicht die Identität auflösen, sondern Stärken kombinieren. Und das ist einfach etwas, das gehört ganz, ganz sichtbar in diesen Prozess. Und da muss man auch, bevor man so eine Kooperation eingeht, offen darüber reden, kommunizieren und nicht hoffen, dass es am Ende irgendwie schon funktionieren wird. Ja.

Timo Das würde mich jetzt jemand fragen nach der ganzen Vorbereitung und dem Kontakt mit dir, was aus meiner Sicht ein großes USP von euch wäre, dann wäre das zumindest aus meiner Sicht definitiv euer Best Practice Hub. So nenne ich zumindest ich ihn jetzt mal. Ihr arbeitet mit echten Praxisbeispielen, die sich eure Kunden, so habe ich es jetzt verstanden. Best Practice Beispiele von euren Kunden angucken können. Was können KMU aus diesen Cases lernen, unabhängig von der Branche oder der Unternehmensgröße?

Christine Hm, also die Cases, mit denen wir da aktuell arbeiten, wir haben ja die Seite gerade erst frisch an den Start gebracht und da sind auch viele bekannte Marktbeispiele erstmal aufbereitet in einer Art und Weise, dass man die für sich so ein bisschen als Inspiration nehmen kann. Das sind jetzt noch nicht alles unsere Beispiele. Zum Beispiel ein Docuware oder so, das war nicht unser Kunde, aber das sind Beispiele, anhand dessen man einfach sehr gut verstehen kann, um was es denn eigentlich geht. Und das wird jetzt Stück für Stück natürlich auch mit Beispielen von uns ergänzt, wo wir das dürfen. Das möchte auch nicht jeder haben, auch mit vielleicht ein paar anonymisierten Sachen. Wichtig an diesen Beispielen ist es eben immer, dass diese, dass diese Muster klar werden, dass man wirklich ein Verständnis Verständnis dafür bekommt, dass komplementäre Stärken, klarer Kundennutzen, gemeinsame Roadmap und auch die Bereitschaft, voneinander zu lernen, dass das im Kern erfolgreicher Kooperationen steht und warum wir das gemacht haben, ist eigentlich, um überhaupt erstmal das Verständnis zu schüren. Was meinen wir denn, wenn wir von Kooperation reden? Weil das ist für uns glasklar, weil wir da schon seit zwanzig Jahren unterwegs sind. Aber wenn du jemanden sagst, ja, wir machen Kooperationen, ähm, dann hat jeder irgendwie ein anderes Bild und das ist meistens sehr eingeschränkt. Also häufig ist das Verständnis von Kooperation vielleicht so was wie Channelpartner, also irgendwie eine Vertriebspartnerschaft. Wir haben ein Produkt, die haben den Channel funktioniert und so simpel meinen wir das nicht. Also wir meinen schon unter Kooperation etwas, was irgendwie ein smarter Lösungsweg für die strategischen Fragen auf dem Tisch ist.

Timo Scrollt man bei euch die Webseite herunter, kommt der nächste spannende Punkt. Eine INQA Förderfähigkeit. Was steckt hinter der Förderfähigkeit von teilweise bis zu achtzig Prozent?

Christine Also wir sind bei INQA und auch bei der BAFA sind wir autorisiert. Das ist ja schon mal gut. Da kann man unterschiedlichste Programme nutzen. Und INQA ist eben deswegen besonders spannend, weil dort eben der Bereich auch neue Geschäftsmodelle und Marktzugänge als förderfähige, förderfähiger Bereich enthalten ist. Und dort sind wir eben auch spezifisch autorisiert. Was heißt das? Das heißt, dass wir eben das sowieso schon sehr klare, transparente und kostengünstige Angebot, was wir hier haben, für KMU noch mal ein Stück weit fördern können. Inka ist ja bis zu achtzig Prozent förderfähig. Wenn wir unser Programm oder unsere Projekte machen, landet man meist so bei vier und sechzig Prozent, was ja immer noch super ist und das senkt einfach die finanzielle Hürde nochmal ein Stück weit. Das ist jetzt natürlich keine Rabattmarke und keiner beschäftigt sich mit dem Thema Kooperation, weil es jetzt gerade günstig ist. Zumal wir ja auch sagen wir wollen euch und wir helfen euch. Aber es ist ja trotzdem noch interner Aufwand, der entsteht. Aber trotzdem finde ich, ist das super, weil so ist glaube ich das Hemmnis Kosten komplett aus dem Weg. Weil die Summen, über die wir hier reden, die sind tatsächlich da. Da muss keiner mehr groß drüber nachdenken, das ist nicht mehr das Problem.

Timo Dann wären wir jetzt eigentlich wirklich schon an dem Punkt Was ist, wenn jetzt jemand zuhört und denkt das klingt relevant für mich und mein Unternehmen? Was ist der beste erste Schritt, um herauszufinden, ob Kooperation ein echter Wachstumspfad für ihn sein können?

Christine Also wenn jetzt jemand denkt, das klingt ja erstmal spannend, aber ich weiß gar nicht, ob das für mich überhaupt passt, dann klarer Vorschlag Lasst uns doch erst mal kurz miteinander sprechen. Also ganz ohne Druck. Denn auch wir machen solche Projekte ja nur dann, wenn wir vorne das Warum geklärt haben. Ja, also wenn wir quasi keinen echten Grund finden oder keinen wirklich wertvollen Hebel, dann müssen wir das Projekt auch nicht machen. Und in der Regel ist es am sinnvollsten, natürlich erst mal sich kennenzulernen. Und dann bieten wir aber auch ganz klar einen Strategieworkshop ab. Der ist auch über BAFA förderfähig. Also es ist ja nicht nur Workshop, sondern so eine Mini Analysephase, Die kann man darüber sehr gut abbilden. Da ist auch noch mal fünfzig Prozent Förderfähigkeit drin. Das heißt, das ist jetzt auch kein riesiger Kostenfaktor, aber am Ende haben wir sicherlich eine Klarheit, ob da Dinge sind, die wirklich helfen bei den aktuellen strategischen Problemen oder wo eine riesige Chance liegt. Und wenn der Unternehmer dann sagt Mensch, das klingt richtig gut, das wird sich vermutlich wirklich lohnen für mich, dann können wir ihn da sehr gerne begleiten. Und dann hat er von vornherein ein Gefühl, Ist da ein echtes Potenzial dahinter? Und dann können wir auch konkret in das Thema reingehen, zusammen.

Timo Christine Wenn du den Zuhörerinnen und Zuhörern zum Abschluss einen Gedanken mitgeben müsstest Was sollten Tech-KMU heute unbedingt anders machen, wenn sie morgen noch weiter wachsen wollen?

Christine Ich glaube, das kommt jetzt wenig überraschend. Ich glaube, die Empfehlung ist wirklich mal, sich von dem was können wir machen im Unternehmen, um gewisse Hürden zu überwinden oder Chancen zu ergreifen, zu verändern im Kopf hin zu einem Was könnte man machen, wenn man an der einen oder anderen Stelle vielleicht jemanden hätte, der genau das kann, was uns da vielleicht gerade fehlt. Also wirklich diesen Netzwerkgedanken in den Mittelpunkt zu stellen. Was wäre denn, wenn ich wirklich Partner hätte, auf die ich mich verlassen kann und die mit mir zusammenarbeiten, in einer Art und Weise, wo ich mich auch wohl fühle? Und von diesen Gedanken heraus kommen dann noch mal ganz andere Ideen. Ich glaube, es ist wirklich dieser, ja, dieser ja, diese Veränderung im Mindset, die man vielleicht einfach mal im Kopf ausprobieren kann.

Timo Christine, ganz herzlichen Dank für dieses offene, praxisnahe und sehr inspirierende Gespräch. Ich glaube, wir haben heute sehr deutlich gemacht. Wachstum im Mittelstand scheitert oft nicht am Produkt, sondern daran, das allein stemmen zu wollen. Und dass Kooperation, wenn sie strategisch gedacht, sauber vorbereitet und konsequent umgesetzt werden, ein echter Game Changer sein können.

Christine Ja, vielen Dank, dass ich da war. Und ja, war ein super Gespräch. Vielen Dank, Timo.

Timo C Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn Sie aus dieser Folge einen Gedanken mitnehmen, dann vielleicht diesen. Innovation Neue Geschäftsmodelle und Skalierung entstehen immer seltener im Alleingang, sondern dort, wo die richtigen Partner ihre Stärken bündeln. Mehr zu Scale Collective The Power of Coloration und zu den Möglichkeiten, das eigene Unternehmen kooperationsfit aufzustellen, finden Sie online. Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie den KMU Berater Podcast. Empfehlen Sie ihn weiter und bleiben Sie mit uns im Austausch. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge des KMU Berater Podcast Praxiswissen für den Mittelstand. Heute sprechen wir über Wachstum dort, wo viele KMU an ihre Grenzen stoßen, wenn das Produkt stark ist, aber Skalierung ausbleibt, wenn Innovation gewollt ist, aber Ressourcen fehlen und wenn klar wird Allein geht es nicht mehr. Mein Gast ist Christine Günther. Sie ist Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes KMU Berater, verantwortet dort den Bereich Digitales und hat mit ihrer Unternehmensberatung Digital starb zwei tausend fünf und zwanzig eine neue Marke gelauncht. Scalecollective.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.